Vereinheitlichung der Sechstel-Regelung für Fehlzeiten während der Ausbildung

Lt. Ausbildungsordnung (§14) dürfen Fehlzeiten durch Urlaub, Krankenstand, Karenz, etc... maximal ein Sechstel der Ausbildungszeit ausmachen.

§14 Zeiten

  1. eines Erholungs- oder Pflegeurlaubs,
  2. einer Familienhospizkarenz,
  3. einer Pflegekarenz,
  4. einer Erkrankung,
  5. eines Beschäftigungsverbotes gemäß Mutterschutzgesetz 1979-MSchG, BGBl. Nr. 221/1979, und
  6. einer Karenz gemäß Mutterschutzgesetz 1979 sowie Väter-Karenzgesetz – VKG, BGBl. Nr. 651/1989,

während der Ausbildung sind auf die allgemeinärztliche Ausbildung nur soweit anzurechnen, als sie insgesamt nicht mehr als höchstens den sechsten Teil der Ausbildungszeiten in den jeweiligen Fachgebieten betragen.

Das wurde bisher in den Bundesländern unterschiedlich interpretiert - manche Länder haben bei der Berechnung den gesamten Monat (30 Tage), andere die Arbeitstage (Mo - Fr; 21,5 Tage) verwendet haben. Grundsätzlich sind beide Berechnungsformen zulässig, wobei das Sechstel dann von der jeweiligen Anzahl zu berechnen ist. Eine Vermischung der beiden Interpretationen (also z.B. den ganzen Monat als Grundlage, aber die Fehltage nur auf die Arbeitstage berechnet) ist nicht erlaubt.

Wie ist das nun mit der Sechstel-Regelung während der Ausbildung?

Da im Ärztegesetz üblicherweise von 35 Stunden Wochenarbeitszeit in der "Kernarbeitszeit" ausgegangen wird, hat die Ausbildungskommission es für sinnvoller erachtet, die Arbeitstag-Interpretation zu wählen. Damit zählen nur
Abwesenheits-Tage ins "Sechstel", die ein Arbeitstag waren.

In einem Kalendermonat (ohne Feiertag), berechnet sich die maximale Fehlzeit somit wie folgt:
5 Arbeitstage x 4,3 Wochen = 21 ‚5 Arbeitstage / 6 = 3,58 Fehltage
Feiertage gelten nicht als reguläre Arbeitstage, sodass ein Fehlen an einem Feiertag nicht ins
Sechstel fällt. Für ein Aufrunden auf 4 Tage gibt es keine Rechtsgrundlage.

Update

Frage: Es wird ein Sechstel mit 3.58 Tagen für einen 30-Tage Monate mit 21.5 Arbeitstagen angegeben. Es handelt sich hier offenbar um einen Durchschnittswert. Feiertage und kürzere / längere Monate sind dabei unberücksichtigt. Wird für die Sechstel-Regelung immer der Durchschnittswert genommen oder werden die tatsächlichen Arbeitstage?

Antwort: Es werden die tatsächlichen Arbeitstage des im konkreten Einzelfall relevanten Zeitraums gezählt und daraus die Sechstel gebildet.

Frage: Ein"aufrunden" der 3.58 Tage auf 4 Tage ist ja nicht erlaubt. Somit würde in einem Monat 3 Tage als Maximum für Fehlzeiten gelten. Da eine Rotation aber üblicherweise zumindest 3 Monate dauert, würde die Summe der abgerundeten Durchschnitte 9 Fehltage erlauben, die Summe der ungerundeten Fehltage zumindest 10. Wie ist hier die rechtliche Interpretation?

Antwort: Aufrunden pro Monat ist nicht erlaubt, aber wenn ein Ausbildungsfach z.B. in der AM-Ausbildung 3 Monate dauert, darf die max. Fehlzeit in diesem 3-Monatsfach 10 Tage betragen (3 x 3,58 = 10,74).

Quellen:

Mehr Informationen:
Ärzteausbildungsordnung: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20009186